Willi BraseSPD - Berufliche und akademische Bildung
Frau Präsidentin! Verehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unser gemeinsamer Antrag zur Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Bildung zeigt sehr deutlich Wege auf, wie wir dies Zug um Zug auch im Sinne von Qualität nach vorne bringen werden. Wenn man sich die berufliche Bildung und die hochschulische Bildung anschaut – auch das, was wir im Bachelor-Bereich mittlerweile an vielfältigen Ordnungen haben –, dann sieht man, dass die berufliche Bildung einen Vorteil hat, nämlich den, dass die Ordnungen der über 320 Ausbildungsberufe eine bundesweite Gültigkeit haben. Diese bundesweite Gültigkeit sollten wir erhalten und weiter unterstützen. Das ist ein positives Merkmal. Um die Durchlässigkeit kümmern wir uns. Das haben wir mit den Ländern verabredet und beschlossen. Es gibt nach wie vor diese zwei wunderbaren Wege für die jungen Leute, um bis ganz nach oben zu kommen. Das wird auch in unserem Antrag deutlich.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Ein zweiter Punkt, den ich ansprechen möchte – er ist auch schon von Vorrednern dargestellt worden –, ist die Situation mit den Flüchtlingen. Ich glaube, dass wir ein großes und gutes Instrumentarium haben, um die jungen Flüchtlinge, deren aufenthaltsrechtlicher Status geklärt ist, sozusagen in Qualifizierung zu nehmen. Ich möchte hier für die Einstiegsqualifizierung verbunden mit Sprachkursen als ein wesentliches Mittel werben. Bei der Einstiegsqualifizierung können junge Leute ein Stück weit praktisch arbeiten und gleichzeitig Sprachkurse machen; dies orientiert sich an einer Ordnung der dualen Ausbildung. Wenn wir das in der Allianz mit den Arbeitgebern, mit den Unternehmen, mit den Organisationen und mit den Arbeitgeberverbänden gemeinsam hinbekommen, machen wir etwas sehr Gutes und Sinnvolles für die jungen Flüchtlinge in unserem Land. Dafür möchte ich sehr herzlich werben.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Ein weiterer Punkt ist sicherlich die Frage – das haben wir auch im Antrag formuliert –: Wie schaffen wir es, die Wege des Aufstiegs durch die duale Ausbildung stärker bekannt zu machen? Was haben wir an Fortbildungsordnungen? Ein Teil der Fortbildungsordnungen ist bundesweit geregelt. Wir haben auch vielfältige Ordnungen, die in den jeweiligen Industrie- und Handelskammern oder in den Handwerkskammern, sprich: in den zuständigen Stellen, verankert sind. Für mich bedeutet Qualität der dualen Ausbildung, diese Aufstiegsmöglichkeiten noch viel stärker als bisher in der Berufsorientierung, in der Berufsberatung deutlich zu machen, damit junge Leute wissen, welchen wunderbaren Weg sie über die duale berufliche Ausbildung gehen können. Das halte ich für richtig und notwendig.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Lassen Sie mich noch ganz kurz zwei Bemerkungen zur assistierten Ausbildung und zur Unterstützung der Bundesländer machen. Die assistierte Ausbildung wird von der Allianz ausdrücklich gefordert. Wir haben sie im Frühjahr dieses Jahres hier im Bundestag beschlossen. Man kann bemängeln, dass das noch nicht genug ist; aber wenn man sich die Verlautbarung der Allianz zur Betreuung und zur Unterstützung von jugendlichen Flüchtlingen anschaut, dann sieht man, dass dort die assistierte Ausbildung neben anderen Maßnahmen angeführt wird.
(Dr. Rosemarie Hein [DIE LINKE]: Aber die Betriebe machen nicht mit!)
– Doch, auch die Betriebe machen mit.
Schauen Sie sich in der Presse an, was derzeit von Unternehmen gesucht und was angeboten wird. Die Industrie- und Handelskammern nicht nur in meiner Region, sondern auch anderswo führen teilweise schon Kurse mit Flüchtlingen durch; Ehrenamtliche erteilen dort Sprachunterricht. Das bürgerschaftliche Engagement ist gewaltig. Es ist gigantisch, was dort abläuft, nicht nur in der direkten Betreuung, was Unterkunft, Kleidung und Essen angeht, sondern auch im Hinblick auf die Maßnahmen der Industrie- und Handelskammern. Da kann man nur Danke schön sagen, dass dies so schnell und unmittelbar vonstattengeht.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)
Was die Berufsschulen angeht, Frau Kollegin Hein: Wir haben 2002 – damals in Anbetracht der Zinsersparnisse aufgrund der Versteigerung der UMTS-Frequenzen – ein Programm aufgelegt und den Ländern Mittel gegeben, um die sächliche, technologische Ausstattung der Berufskollegs zu verbessern. Das war ein sehr gutes Programm. Ich denke, auch da ist es richtig, wenn wir bei den Berufsschullehrern anfangen. Wir brauchen zur Qualitätssicherung gute Berufsschullehrer. Ich halte das, was Kollege Spiering, Kollege Feist und auch Sie gesagt haben, für richtig: Lassen Sie uns das gemeinsam machen!
Frau Präsidentin, jetzt muss ich noch einen ganz kurzen Satz zitieren, wenn ich darf.
Aber wirklich einen kurzen.
(Heiterkeit)
Es ist ein ganz kurzer Satz.
Es ist immer verdächtig, wenn jemand von kurzen Sätzen spricht.
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/5850207 |
Wahlperiode | 18 |
Sitzung | 124 |
Tagesordnungspunkt | Berufliche und akademische Bildung |