Peter FelserAfD - Umwelt-, Klimaschutz und Forstwirtschaft
Vielen Dank. – Frau Präsidentin! Verehrte Kollegen! Liebe Gäste! Gestern war ein guter Tag. Auf dem Nationalen Waldgipfel haben wir endlich einmal nicht über Regenwälder auf fernen Kontinenten gesprochen, sondern über die Situation im deutschen Wald. So möchte ich es auch heute halten.
Gestern war Konsens: Wir müssen etwas machen im Wald, wir müssen die 1 Million Festmeter Schadholz aus dem Wald rausbekommen, und wir müssen den Borkenkäfer bekämpfen. – Das war gestern glücklicherweise die einstimmige Meinung. Gerade den Besitzern kleiner Privatwälder muss geholfen werden. Die gestern auf dem Waldgipfel versprochenen 547 Millionen Euro allein vom Bund waren ein richtiges Zeichen.
Es zeigt sich aber auch, was in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten alles versäumt wurde. Dürre, Sturm, Käfer, Schneebruch – das alles sind Kalamitäten, die von außen kommen. Was nicht von außen kommt, liebe Kollegen, das ist das totale Unvorbereitet-Sein auf solche Naturereignisse. Es herrscht völliges Versagen, und man tut so, als hätte man das vorher nicht wissen können.
(Beifall bei der AfD)
Wer hat denn das Forstpersonal abgebaut, das wir jetzt so dringend in den Wäldern brauchen? Wer hat geschlafen, als es um die Erforschung und Züchtung neuen Forstsaatgutes ging? Wo sind Konzepte erstellt worden, den deutschen Wald in seiner Gesamtheit zu schützen? Wer hat es versäumt, eine durchdachte Digitalisierung voranzutreiben, um die Interessen der 2 Millionen Kleinstwaldbesitzer und Kleinwaldbesitzer zu bündeln und sie schlagkräftig und fit zu machen für die Situation im deutschen Wald? – Keiner von Ihnen, liebe Kollegen, hat sich darum gekümmert. Es ist genau so, wie die Bundesregierung in Bezug auf den Schutz der Bevölkerung auf eine Kleine Anfrage von uns geantwortet hat: Es gibt zwar irgendwelche Konzepte – die gab es auch hier –, aber entsprechende Szenarien und die Vermeidung möglicher Bedrohungen wurden nicht geübt. Es wurde nicht ausgebildet. Fazit: Totalausfall!
(Beifall bei der AfD)
Was wir jetzt brauchen, das ist eine Beförsterung in der Fläche. Wir brauchen ausgebildetes Personal, das den Klein- und Kleinstwaldbesitzern vor Ort helfen kann. Wir brauchen jetzt die Unterstützung für die Kleinstwaldbesitzer. Diese müssen die Möglichkeit bekommen, Sammelanträge zu stellen. Die Förderung muss im Wald vor Ort ohne bürokratische Hindernisse ankommen. Wir brauchen eine Holzbau-Renaissance. Wir haben jahrhunderte-, jahrtausendelang mit Holz gebaut. Wir müssen an die Bauvorschriften ran. Hier muss sich etwas tun. In Finnland werden 14-stöckige Holzhochhäuser gebaut. Das müssen wir auch in Deutschland hinbekommen.
Liebe Kollegen von den Grünen, zu Ihrem Antrag. Was gar nicht geht, ist, in dieser schwierigen Situation ideologisch nach vorne zu gehen. Wer nach der massiven Käferkalamität nach einer Urwaldoffensive, nach einem Urwaldkonzept ruft, der hat vom Forst gar nichts verstanden.
(Beifall bei der AfD)
Gehen Sie bitte in den sogenannten Nationalpark im Harz, und schauen Sie sich an, wie der Wald dort vergammelt, wie er vor sich hin rottet, wie der Käfer alles kaputtgemacht hat. Den Wald schützen wir nur, wenn wir ihn nutzen, wenn wir Schadholz so schnell als möglich rausholen und angepasste Bäume nachpflanzen. Sie leisten Sterbehilfe für den deutschen Wald.
(Beifall bei der AfD)
Und wenn man genauer hinschaut: Man glaubt es nicht, wen Sie als Sündenbock für die Waldmisere ausgemacht haben. Sie fordern ein – Zitat – „angepasstes Wildtiermanagement“. Jetzt sollen also die Wildtiere für das herhalten, was Sie verbockt haben.
(Harald Ebner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wald vor Wild! – Weitere Zurufe vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Nein, die Sündenböcke sind in Ihren eigenen Reihen zu suchen. Wald mit Wild, Wald mit Wildtieren, das ist die Lösung.
(Beifall bei der AfD)
Wer seine Heimat wirklich schützen will, der verprasst nicht Milliarden Euro in einem irren Klimaaktionismus. Wer echten Umweltschutz will, wer wirksamen Naturschutz leben will, der hilft heute und jetzt unserem angeschlagenen Wald.
Ich danke Ihnen.
(Beifall bei der AfD)
Das Wort hat der Kollege Johann Saathoff für die SPD-Fraktion.
(Beifall bei der SPD)
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/7390826 |
Wahlperiode | 19 |
Sitzung | 115 |
Tagesordnungspunkt | Umwelt-, Klimaschutz und Forstwirtschaft |