Jens KestnerAfD - Verwundetenabzeichen für Soldaten
Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Besucher auf den Tribünen, Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen, Kameraden in den Kasernen der Einsatzgebiete und deren Familien!
Die Armee ist die vornehmste aller Institutionen in jedem Lande; denn sie allein ermöglicht das Bestehen aller übrigen Einrichtungen. Alle politische und bürgerliche Freiheit, alle Schöpfungen der Kultur, der Finanzen stehen und fallen mit dem Heere.
Das sagte zu seiner Zeit Otto Fürst von Bismarck.
(Dr. Barbara Hendricks [SPD]: Und aus der Zeit ist es auch! Das hat mit Demokratie wenig zu tun!)
Ersetzen Sie in der heutigen Zeit die Begrifflichkeit „Heer“ mit der Bundeswehr.
Gerade weil jeder Soldat unsere besondere Aufmerksamkeit verdient und der Dienst in den Streitkräften nicht zu vergleichen ist mit anderen Tätigkeiten, debattieren wir heute über unseren Antrag zur Einführung eines Verwundetenabzeichens in der deutschen Bundeswehr. Ein Soldat gelobt, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit der Bundesrepublik Deutschland tapfer zu verteidigen.
(Dr. Fritz Felgentreu [SPD]: Des deutschen Volkes!)
Dieser Schwur, wie ich ihn und Tausende vor und nach mir geleistet haben, bedingt, das eigene Leben und die körperliche und geistige Unversehrtheit einzusetzen. Wenn wir all das konsequent zu Ende denken, dann stellen wir fest: Den Kameraden, welche verwundet an Körper und Seele aus dem Einsatz, von ihrem Dienst zurückkehren, gebührt eine besondere Auszeichnung, und diese besondere Auszeichnung ist das von uns geforderte Verwundetenabzeichen. In allen Bereichen der Streitkräfte gibt es Ehrenzeichen, sei es das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit, sei es die Einsatzmedaille „Gefecht“, das Veteranenabzeichen oder viele weitere. Genau hier wollen wir mit unserem vorliegenden Antrag die noch offene Lücke in der von mir eben aufgeführten Aufzählung schließen.
(Beifall bei der AfD – Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Es gibt keine Lücke!)
Dass eine besondere Absicherung und Fürsorge für unsere Soldaten selbstverständlich ist, darüber müssen wir uns hier in diesem Kreis nicht unterhalten; das ist jedem von uns klar und bewusst. Es geht hier nun um die nach außen hin sichtbaren Zeichen der Anerkennung der Kameraden. Das Verwundetenabzeichen dient als Zeichen der Wertschätzung für die erbrachten Opfer an Körper und Seele. Jeder Kamerad, der im Einsatz auf dem Schlachtfeld verwundet wurde, verdient diese Auszeichnung. Es mag nach außen hin erkennbar sein, wenn ein Soldat in seinem Einsatz für das Vaterland einen Arm oder ein Bein verloren hat. Aber wir müssen auch die Soldaten einbinden, welche grausame Bilder gesehen haben, als der Kamerad zur Rechten durch eine Sprengfalle zerfetzt oder im Gefecht niedergestreckt wurde. Alle Erwähnten haben persönliche Opfer erbracht, um ihren Auftrag zu erfüllen, den wir, der Bundestag, ihnen mit auf den Weg gegeben hat. Gerade für die Verletzten an der Seele ist es die Möglichkeit, das Schweigen, die stille Stigmatisierung zu durchbrechen.
Einzelne mögen – so habe ich es bereits gelesen – herablassend sagen: Es ist doch nur ein Stück Blech, welche Bedeutung soll das denn haben? Denen möchte ich entgegnen, dass sie nicht verstanden haben, was diese Auszeichnung bedeutet, ja, dass sie das Wesen eines Soldaten, dass sie das Wesen unserer Streitkräfte nicht verstanden haben.
(Beifall bei der AfD)
Es geht um die Wertschätzung gegenüber jedem Einzelnen, der seinem Vaterland dient und der gerade in der heutigen Zeit dazu bereit ist, das zu geben, was für viele von uns selbstverständlich ist, nämlich die körperliche und seelische Unversehrtheit. Zeigen wir unseren Soldaten, dass wir bereit sind, ihnen dieses Zeichen zuzugestehen, so wie es andere Länder auch tun, zum Beispiel die Vereinigten Staaten mit der Verleihung des Purple Heart. Es ist an uns, ein Zeichen zu setzen für die Anerkennung der Einsatz- und Opferbereitschaft unserer Soldaten. Wer sein Land liebt, der liebt seine Soldaten.
(Beifall bei der AfD)
Er ist dazu bereit, ihnen das nach außen hin sichtbare Zeichen der Anerkennung für ihre Opferbereitschaft zu gewähren, und redet es ihnen nicht ab. Ich ersuche jeden Einzelnen, den vorliegenden Antrag zu unterstützen. Es ist einer der letzten Schritte hin zu Akzeptanz und Wertschätzung unseren Streitkräften gegenüber.
All denen, die glauben, sie müssen den vorliegenden Antrag zerreden, sie müssen ihn ablehnen, nur weil er von der AfD kommt, möchte ich mit auf den Weg geben: Es geht nicht um uns, um die AfD. Es geht um unsere Soldaten, es geht um unser Land, und es geht um unsere Heimat. Wenn Sie meinen, Sie müssen den Antrag umschreiben, Sie müssen ihn anders stellen, dann tun Sie das. Wir werden Sie dabei unterstützen. Es geht uns hierbei um unsere Soldaten. Und deswegen: Wenn Sie ihn schon nicht mittragen können, dann stellen Sie ihn neu. Unsere Stimmen haben Sie.
Vielen Dank.
(Beifall bei der AfD)
Ich erteile das Wort dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Peter Tauber.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/7406686 |
Wahlperiode | 19 |
Sitzung | 133 |
Tagesordnungspunkt | Verwundetenabzeichen für Soldaten |