Robby SchlundAfD - Schutz vor Konversionsbehandlungen
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Frau Weiss hat es schon betont: Homosexualität ist keine Krankheit. Deshalb lehnt die AfD Konversionstherapien auch ab – Punkt. Aber sprechen wir heute mal über die sexuelle Identitätsfindung! Machen wir gemeinsam eine Zeitreise in unsere Jugend! Denn jeder von uns – da sind wir zum Glück alle gleich – hat diesen Prozess durchgemacht. Vielleicht ist es dem einen oder dem anderen von Ihnen unangenehm, darüber nachzudenken oder vielleicht sogar darüber zu sprechen. Vielleicht wäre zu dieser Zeit der Psychotherapeut der richtige Mann gewesen.
(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das hätte auch eine Frau sein können! Es gibt auch weibliche Psychotherapeuten, und zwar gute!)
Eine Rechtssicherheit für Therapeuten, die Menschen mit Problemen der sexuellen Identität in ihrem Findungsprozess begleiten, wäre sicher hilfreich. Aber genau diese Therapeuten wollen Sie in die juristische Unsicherheit verbannen.
(Ulle Schauws [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was für ein großer Quatsch!)
Das können wir, ehrlich gesagt, nun wirklich nicht mittragen. Schauen Sie: Sie schmeißen hier zwei Sachen zusammen, die einfach nicht zusammengehören wie Äpfel und Birnen. Da fragt man sich: Verstehen Sie das nicht, oder ist Ihr vorliegender Gesetzentwurf nur ideologisch kalter Kaffee, meine Damen und Herren?
(Beifall bei der AfD – Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie verstehen einiges nicht!)
Dabei haben Sie, liebe Regierungskoalition, selbst zu einem früheren Zeitpunkt zwei unterschiedliche Gesetze angedacht, um die Dinge vernünftig zu regeln.
Aus diesen Gründen hat die AfD dazu einen eigenen Änderungsantrag eingebracht, der zum einen die unzulässige Vermischung korrigiert und zum anderen mehr Rechtssicherheit für Therapeuten schafft. Deshalb wird die AfD Ihrem Gesetzentwurf nicht zustimmen, sondern sich enthalten.
Geben Sie mir aber bitte die Gelegenheit, an dieser Stelle noch mal etwas Grundsätzliches zu sagen. Erinnern wir uns: Homosexualität war noch in den 90er-Jahren mit erheblichen Diskriminierungen belastet. Das, meine Damen und Herren, ist noch gar nicht so lange her. Wir sind froh, dass die Menschen ihre Sexualität heute frei und ungezwungen ausleben können. Aber Sexualität ist etwas zutiefst Privates und Intimes, und dort, meine Damen und Herren, gehört es auch hin.
(Beifall bei der AfD)
Erst dann kann man sie erstklassig, freizügig oder wie auch immer gern genießen.
Doch das Wichtigste dabei ist, dass wir unsere Kinder schützen; denn unsere traditionellen Familien mit Mama, Papa und Kind und auch den Großeltern sind wichtige Träger unserer Gesellschaft.
(Beifall bei der AfD)
Sie sind die Keimzelle von Entwicklung und wichtige Stützpfeiler in Krisen. Schauen Sie doch mal auf die Coronakrise! Wem haben Sie das meiste abverlangt und werden es auch noch weiter abverlangen? Es ist die traditionelle Familie.
(Timon Gremmels [SPD]: Den anderen Familien verlangen wir auch viel ab!)
Positionieren wir uns hier und jetzt für die Freiheit der Sexualität, aber gegen ein prostituierendes Zurschaustellen;
(Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Das ist die Übersetzung: Er hat etwas gegen den CSD!)
denn Sexualität ist doch die schönste und atemberaubendste Sache der Welt, meine Damen und Herren.
Vielen Dank.
(Beifall bei der AfD – Ulle Schauws [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie haben sich selber widersprochen! – Matthias W. Birkwald [DIE LINKE]: Die Rede muss ich in Köln posten! Dann ist das Wahlergebnis der AfD noch schlechter!)
Für die SPD-Fraktion hat nun die Kollegin Hilde Mattheis das Wort.
(Beifall bei der SPD)
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/7444729 |
Wahlperiode | 19 |
Sitzung | 158 |
Tagesordnungspunkt | Schutz vor Konversionsbehandlungen |