14.01.2021 | Deutscher Bundestag / 19. WP / Sitzung 204 / Zusatzpunkt 15

Daniela KolbeSPD - Durchsetzung des Homeoffice-Gebotes

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Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mein Kollege Martin Rosemann hat vorhin hier – da ging es um das Thema SGB II – das Märchen von Hase und Igel bemüht. Er erzählte von dem grünen Hasen, der sehr viel Wichtiges fordert, und von dem roten Igel Hubertus, der ruft: „Ick bin allhier.“

Ein bisschen ist es jetzt der Teil 2 zum Thema Homeoffice und auch zum Thema Arbeitsschutz; denn Hubertus Heil hat sich das Thema Homeoffice nun wirklich nicht erst seit gestern auf die Fahne geschrieben. Er hat eine Initiative zum Homeoffice auf den Weg gebracht. Auch das Thema „Arbeitsschutz während der Pandemie“ steht bei ihm ganz oben auf der Agenda. Wir haben gemeinsam das Arbeitsschutzkontrollgesetz mit breiter Mehrheit beschlossen. Der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard gilt, und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel gilt seit August. Da steht extrem viel drin zum Thema „mehr Homeoffice“, aber auch dazu, wie man die Menschen schützen kann, die eben nicht im Homeoffice arbeiten können. Daran sieht man, dass im Arbeitsministerium jemand sitzt, der an der Seite der Beschäftigten steht und versucht, ihre Gesundheit zu schützen.

(Beifall bei der SPD)

Ebenjener Hubertus Heil hat gestern mit Personalern der großen Unternehmen gesprochen und ist einen ganz massiven Appell losgeworden. Denn ja: Wo man Homeoffice machen kann, muss das auch passieren, und die meisten Unternehmen wissen aus eigener Erfahrung: Da bricht nicht alles zusammen. In Wahrheit läuft dann manches sogar besser.

Ein weiteres Zögern und Zaudern werden wir als Deutscher Bundestag hier jedenfalls nicht unkommentiert stehen lassen können; denn das verlängert den Lockdown für uns alle und auch für die deutsche Wirtschaft. Der Spaß bei exponentiellem Wachstum und eben auch Schrumpfung ist, dass schon kleine Änderungen im Exponenten einen großen Ausschlag, also eine stärkere Verlängerung oder Verkürzung, ergeben können.

Also, liebe Wirtschaft: Ich lobe erst mal all diejenigen, die ihre Beschäftigten schon ins Homeoffice geschickt haben. Aber alle anderen, bitte erklärt nicht nur uns, was wir zu tun haben, sondern überlegt mal selber, was ihr tun könnt.

(Dr. Matthias Zimmer [CDU/CSU]: Hast du deine Leute schon ins Homeoffice geschickt?)

– Ich sehe, Matthias Zimmer, sehr viele Abgeordnete allein im Büro, und es funktioniert. Ich habe viel gelernt. Es hat einen Digitalisierungsschub bei mir im Büro gegeben. Ich sage allen Arbeitgebern: Probiert es mal aus. Es nützt euch nämlich selbst am meisten, weil eure Beschäftigten gesund bleiben und der Lockdown endlich schneller gelockert werden kann. Es nützt uns als gesamter Gesellschaft.

(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Sicher wäre ein Recht auf Homeoffice das probateste Mittel; Hubertus Heil hat es jetzt nicht in der Regierung durchsetzen können. Er hat aber viele Vorschläge gemacht, die auch in der Pandemie Sinn machen, etwa zur Wegefrage, also dazu, den Unfallschutz zu klären, auch dazu, die Rechte von Beschäftigten im Homeoffice zu klären. Ich hoffe, dass wir das hier weiter besprechen werden.

Meine Erfahrung ist jedenfalls: Es funktioniert gut. Es macht Beschäftigte auch glücklich. Aber meine Beschäftigten wären auch sehr glücklich, wenn sie, weil die Inzidenzzahlen nach unten gegangen sind, endlich ihre Mitarbeiterinnen und Kollegen mal mit einem guten Gefühl wiedersehen. Dafür tragen wir alle eine Verantwortung.

Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD)

Vielen Dank. – Ich schließe die Aussprache.


Daten
Quelle Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen
Quellenangabe Deutscher Bundestag via Open Parliament TV
Abgerufen von http://dbtg.tv/fvid/7496556
Wahlperiode 19
Sitzung 204
Tagesordnungspunkt Durchsetzung des Homeoffice-Gebotes
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