Hilde MattheisSPD - Spätfolgen der Corona-Erkrankung
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich betrachte die hier eingebrachten Anträge als Unterstützung dessen, was wir bereits auf den Weg gebracht haben, und ich finde es gut, dass wir uns im Rahmen der vierten Coronadebatte hier heute auch mit diesem Thema beschäftigen; denn jedes Schicksal ist wichtig.
Sicherlich kennen wir den einen oder anderen Fall auch aus unserer unmittelbaren Umgebung, dass Monate nach einer Coronaerkrankung immer noch Atemnot existiert, die Haare ausfallen und viele andere Nebenerscheinungen sich im täglichen Leben zeigen und das tägliche Leben und die Teilhabe an der Arbeitswelt erschweren. Es ist unsere Aufgabe und unser Auftrag, dafür zu sorgen, dass wir genügend Forschungsunterlagen haben, dass möglichst viele und umfassende Therapie- und Reha-Angebote gemacht werden usw., und dem stellen wir uns.
(Beifall bei der SPD sowie der Abg. Karin Maag [CDU/CSU])
Dass wir uns dem stellen, zeigt die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen. Man sagt ja so schön: Lesen bildet. – Ich empfehle, die Antworten zu lesen. Ich bin keine Regierungssprecherin, will aber doch sagen: Die Antworten auf diese Kleine Anfrage geben durchaus einen Einblick in das, was bisher schon auf den Weg gebracht worden ist.
(Maria Klein-Schmeink [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein!)
Ich finde, im Bereich der Versorgung, im Bereich der Forschung und auch in Bezug auf unsere Aufgabe als Parlament haben wir uns da ganz gut auf den Weg gemacht.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)
Egal ob die Charité, die Uniklinik Köln, das Universitätsklinikum Freiburg oder die Gesundheitsforschungszentren: Alle beteiligen sich. Vielleicht geschieht das noch nicht in genügendem Umfang, und vielleicht haben wir auch die Vernetzung noch nicht ausreichend sichergestellt. Das mag unsere Aufgabe sein; dieser wollen wir uns gerne annehmen. Wir haben uns aber auf den Weg gemacht, seitdem die ersten Nacherkrankungen bzw. Folgeerscheinungen offenbar geworden sind, und das ist auch gut und richtig so. Ich finde, das darf man nicht kleinreden. Man sollte sich immer weiter anspornen, und das wollen wir auch gerne tun.
Ich will jetzt hinsichtlich der Versorgung gerne auf einen Punkt aufmerksam machen, der im FDP-Antrag zu finden ist. Dort steht, dass Sie im SGB V hinter dem § 116 auch einen § 116c einfügen wollen. Es gibt bereits den § 116b, nach dem die Möglichkeit der Vernetzung von ambulanten und stationären Angeboten besteht. Es macht mich irgendwie ein bisschen – wie soll ich sagen? – ratlos, dass Sie ausgerechnet für Corona einen Sonderparagrafen – den § 116c – einbauen wollen, um einen besonderen Leistungsanspruch generieren zu können. Das ist nicht einsehbar, weil man die Erkrankung Corona durchaus in § 116b aufnehmen kann, und man kann auch Wert darauf legen, dass nicht sämtliche Leistungserbringer im Krankenhauswesen davon profitieren, sondern die zugelassenen Krankenhäuser, die sich jetzt schon auf den Weg machen.
Ich sage: Lesen Sie die Antwort auf die Kleine Anfrage. Ich sage Ihnen gerne die Drucksachennummer: 19/28419. Dann kommen wir da zusammen und können gemeinsam auf dieser Grundlage die nächsten Schritte miteinander planen.
Vielen Dank.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Zuruf der Abg. Maria Klein-Schmeink [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Danke sehr. – Zum Abschluss der Debatte bekommt Erich Irlstorfer von der CDU/CSU-Fraktion das Wort.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/7519751 |
Wahlperiode | 19 |
Sitzung | 227 |
Tagesordnungspunkt | Spätfolgen der Corona-Erkrankung |