Nicole HöchstAfD - Kompetenzzentrum Leichte Sprache/Gebärdensprache
Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir werden hier heute alle Zeugen einer unwürdigen Groteske; denn die Vorredner waren nahezu alle in den letzten 20 Jahren auf die eine oder andere Weise an der Regierung. Schämen Sie sich!
(Beifall bei der AfD)
Wer ist die Zielgruppe Ihres Antrags? In Deutschland gibt es circa 80 000 gehörlose Menschen. Etwa 250 000 Menschen nutzen die Deutsche Gebärdensprache. Und natürlich sollen Menschen mit langfristigen körperlichen, seelischen, geistigen oder andere Sinnesbeeinträchtigungen gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft haben – für uns von der AfD-Fraktion eine Selbstverständlichkeit, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der AfD)
Wie wir aus dem Bereich „Inklusion an den Schulen“ wissen, sind hier auch sämtliche Nicht-Deutsch-Muttersprachler mit gemeint, die leider allzu oft selbst die Sprachlandschaft in Deutschland babylonisch prägen. Es ist richtig, dass man schaut, ob die Gesellschaft Barrieren aufweist. Wenn ja, muss definiert werden, welche das sind und welche der Staat überhaupt per Gesetz und Verordnungen abbauen kann. Um Entscheidungen zu treffen, braucht es aber die klare Unterscheidung von Beeinträchtigungen; denn nur so kann man den betroffenen Menschen wirklich helfen.
In Ihrem Antrag, werte Kollegen von der Union, beziehen Sie sich auf die Gebärdensprache und die einfache Sprache stets in einem Atemzug. Sie fassen die beiden Sprachen zusammen, auch wenn nur die Gebärdensprache als Sprache überhaupt anerkannt ist.
(Stephanie Aeffner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Schon mal das Behindertengleichstellungsgesetz gelesen?)
Das ist eine Unverschämtheit, meine Damen und Herren; denn gehörlose Personen sind nicht zwangsläufig auf einfache Sprache angewiesen. Sie sind – im Gegenteil – intellektuell in der Lage, die höchsten Höhen der Bildung und der Erfolgsleiter zu erklimmen.
(Beifall bei der AfD)
Menschen, die die einfache Sprache zur Teilhabe benötigen, beherrschen entweder unsere deutsche Sprache nicht oder kämpfen mit Herausforderungen im kognitiven Bereich.
(Takis Mehmet Ali [SPD]: Ach, come on!)
Bei manchen Biografien fällt das zusammen, aber nicht zwangsläufig.
(Stephanie Aeffner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ihnen fällt nichts anderes ein, als zu beleidigen! Das ist eine Unverschämtheit gegenüber Menschen mit Behinderung! Das ist eine Schande!)
Diese mangelnde Sorgfalt in der Unterscheidung zeigt den Nebelkerzencharakter Ihres Antrags besonders deutlich.
(Zurufe vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Sie wissen doch gar nicht, worum es hier geht. Machen Sie sich doch ehrlich: Sie wollen jetzt beim Wähler punkten, indem Sie so tun – das betrifft Sie alle, auch die Zwischenrufer jetzt –, als würden Sie sich für Teilhabe ernsthaft einsetzen. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Das konnten Sie die letzten 19 Jahre lang tun.
(Wilfried Oellers [CDU/CSU]: Sie haben doch noch nicht mal einen Teilhabebeauftragten!)
– Egal, wie sehr Sie hier reinbrüllen: Wir sind die Einzigen, für die hier „Versprochen und nichts gehalten“ nicht gilt.
(Wilfried Oellers [CDU/CSU]: Ja! Weil Sie bei dem Thema nicht stattfinden! So ist das! Mit Zwischenrufen müssen Sie auskommen!)
Fassen Sie sich an die eigene Nase.
(Beifall bei der AfD – Zurufe vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Jeder sieht: Ihr Ansinnen zur Verbreitung von leichter Sprache dient nur vordergründig den Menschen mit kognitiver – –
(Beate Müller-Gemmeke [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das war eine Show!)
Sorgen Sie doch mal bitte für Ruhe. Das ist doch nicht mehr normal. Ich verstehe mein eigenes Wort ja nicht.
(Zurufe vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Oh!)
Das schaffen Sie. – Aber wir sind insgesamt mal ein bisschen ruhiger, damit wir Frau Höchst auch zuhören können.
Die Zeit läuft übrigens weiter. Das ist nicht richtig.
(Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist das Bittere an der Zeit: Sie läuft immer!)
Ja, das sehe ich, Frau Höchst.
Danke.
Reden Sie bitte weiter. Das geht von Ihrer Redezeit ab.
Jeder sieht: Ihr Ansinnen zur Verbreitung von leichter Sprache dient nur vordergründig Menschen mit kognitiven Herausforderungen. In Wahrheit dient es Ihren Hunderttausenden von Merkel-und-Baerbock-Zuwanderern aus dem Prekariat der muslimischen Welt, die nicht willens oder in der Lage sind, die deutsche Sprache zu erlernen.
(Stephanie Aeffner [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist so eine Beleidigung von Menschen mit Behinderung! Das geht nicht!)
Und Sie wenden sich mit keiner Silbe gegen das Gendern. Das aber benachteiligt bekanntlich sowohl Hörbeeinträchtigte als auch Sprachbeeinträchtigte und Sprachlerner sowieso.
(Beifall bei der AfD – Wilfried Oellers [CDU/CSU]: Sie haben mit dem Thema nichts am Hut! Nichts! Sie haben keine Affinität zu dem Thema! Immer wieder auf die Ausländerpolitik schieben! Das machen Sie! Hören Sie mit Ihrer unsäglichen Art auf! – Gegenruf des Abg. Stephan Brandner [AfD]: Ganz ruhig!)
Für Sie in einfacher Sprache, werte Kollegen von der CDU/CSU: Die CDU/CSU hat 16 Jahre lang regiert. Die CDU/CSU konnte umsetzen. Das wollten Sie aber nicht.
Ihre Redezeit ist vorbei.
Die CDU/CSU hat da nichts gemacht. Sie wollen blenden. Das funktioniert nicht. Das lassen wir Ihnen nicht durchgehen.
Vielen herzlichen Dank.
(Beifall bei der AfD)
Dr. Stefan Nacke für die Unionsfraktion ist der nächste Redner.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/7618684 |
Wahlperiode | 20 |
Sitzung | 202 |
Tagesordnungspunkt | Kompetenzzentrum Leichte Sprache/Gebärdensprache |