Sahra WagenknechtBSW - Regierungserklärung z. Jahreswirtschaftsbericht 2025
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Habeck, Ihre Wahlplakate sind ein Hohn für die Menschen hier im Land. Nach drei Jahren Habeckonomics dürfte der Letzte den letzten Funken an Zuversicht verloren haben. Unsere Wirtschaft steckt in der tiefsten Krise der bundesdeutschen Geschichte. Wir verlieren unsere Industrie. Unternehmen wandern ab oder taumeln in die Pleite. Sogar die Bauwirtschaft liegt inzwischen am Boden, obwohl im Land 800 000 Wohnungen fehlen und Brücken und Straßen marode sind. Millionen Menschen haben Angst um ihren Arbeitsplatz. Und Rekordpreise für Energie und Lebensmittel fressen ihnen die Kaufkraft weg.
Sie, Herr Wirtschaftsminister, sind garantiert nicht das Sinnbild für Zuversicht, sondern für Schönfärberei und Realitätsverweigerung.
(Beifall beim BSW sowie der Abg. Matthias W. Birkwald [Die Linke] und Dr. Malte Kaufmann [AfD])
Gab es eigentlich jemals eine Konjunkturprognose, die Sie nicht nach unten korrigieren mussten? Ich kann mich nicht erinnern!
Wenn ein exportstarkes Industrieland in einer wachsenden Weltwirtschaft zwei Jahre hintereinander schrumpft und auch im dritten nicht auf die Beine kommt, dann liegt das nicht an fremden Mächten, sondern dann muss dieses Land eine überdurchschnittlich unfähige Regierung und einen besonders ahnungslosen Wirtschaftsminister haben.
(Beifall beim BSW sowie der Abg. Matthias W. Birkwald [Die Linke] und Dr. Malte Kaufmann [AfD])
Aber nicht nur die Grünen, auch SPD, FDP und CDU haben kein Konzept, den Niedergang zu stoppen. Wer unsere Industrie retten will, der muss vor allem die Energiepreise senken. Dafür brauchen wir eine durchdachte Energiepolitik und keinen blinden Ausbau der Erneuerbaren. Wir brauchen aber vor allem auch den Abschied von Wirtschaftssanktionen, die schlicht ein Konjunkturprogramm für die US-Wirtschaft und ein Killerprogramm für deutsche Unternehmen sind. Wir müssen unsere Infrastruktur modernisieren und Zukunftstechnologien made in Germany fördern, statt Steuergeld in Pleiteunternehmen und unrealistischen Hobbyprojekten zu verbrennen.
(Beifall beim BSW)
Wir brauchen bessere Bildung, statt eines Überbietungswettlaufs in Sachen Aufrüstung.
Zumindest eine Prognose ist sicher: Wer die alten Parteien wählt, bekommt eine Fortsetzung der Politik, die Deutschland in den Niedergang geführt hat. Im Windschatten dessen wird die AfD sich dann vielleicht das nächste Mal verdoppeln. Und statt hier ein Theater aufzuführen über gemeinsame Abstimmungen, sollten Sie alle gemeinsam über Ihre Verantwortung dafür nachdenken und, ob Sie das wirklich vier Jahre noch so weitermachen wollen.
(Beifall beim BSW)
Als Nächster hat das Wort für die SPD-Fraktion Esra Limbacher.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/7628723 |
Wahlperiode | 20 |
Sitzung | 210 |
Tagesordnungspunkt | Regierungserklärung z. Jahreswirtschaftsbericht 2025 |