Klaus ErnstBSW - Innere Sicherheit - Bekämpfung von Kriminalität
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn ich die Lage richtig beurteile, ist uns allen nicht so richtig wohl in unserer Haut. Die Einzigen, die sich freuen können, sitzen rechts von mir. Warum ist uns nicht wohl in unserer Haut? Ihnen wahrscheinlich, weil die Vorwürfe, die gerade gekommen sind, nicht ganz unbegründet sind. Warum müssten aber auch die SPD und die FDP nachdenklich sein? Sie müssten nachdenklich sein und sich die Frage stellen, warum es eigentlich nicht möglich war, vollkommen vernünftige Vorschläge der CDU, also einer demokratischen Partei,
(Zuruf der Abg. Gülistan Yüksel [SPD])
im demokratischen Prozess hier im Deutschen Bundestag so zu behandeln, dass sie zumindest in den Ausschüssen im letzten halben Jahr hätten beraten werden können. Sie haben sie ja von der Tagesordnung gestimmt.
(Christoph de Vries [CDU/CSU]: Das ist wahr!)
Das war nicht klug. Denn einerseits haben wir im Ergebnis die Lage, dass die Bürger draußen eine Lösung für Probleme – ich will sie nicht alle aufzählen – erwarten. Diese Lösungen sind nicht gekommen, auch nicht von Rot-Grün. Ich muss leider auch konstatieren: In den letzten drei Jahren ist viel, viel Zeit verschlafen worden.
(Zuruf der Abg. Gülistan Yüksel [SPD])
Auf der anderen Seite haben wir das Problem, dass die AfD immer stärker geworden ist, weil sie nach Lösungen gerufen und geschrien hat. Ich kann uns nur dringend empfehlen, aus dieser Situation herauszukommen, indem Sie sich überlegen, ob Sie dies jetzt wirklich weitertreiben wollen, auch im weiteren Verlauf der Woche, oder ob es nicht sinnvoller wäre, zu gemeinsamen Lösungen ohne die da zu kommen.
(Lamya Kaddor [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Machen Sie jetzt Politikberatung?)
Das Hauptproblem besteht ja darin: Die AfD will nicht nur das, was Sie wollen. Wir wollen – da bin ich übrigens bei Ihnen – eine vernünftige Regelung der Probleme, auch bei der Zuwanderung, auch bei den Grenzen und auch hinsichtlich der Frage, wer rein darf. Darüber kann man reden und muss man auch reden. Aber das ist eine ausländerfeindliche Partei.
(Zurufe der Abg. Dr. Gottfried Curio [AfD] und Dr. Christian Wirth [AfD])
Denen geht es nicht nur um die Regelung der Probleme. Denen geht es darum, dass sie Ausländer nicht wollen. Das ist der ganze Duktus. Wenn wir mit diesem Duktus nicht aufhören in der Politik, dann machen wir all die 17 Millionen Menschen zum Sündenbock, –
Kommen Sie bitte zum Schluss.
– die aus anderen Ländern kommen und hier sind und die wir brauchen.
(Dr. Götz Frömming [AfD]: Wir haben mehr Migranten in unseren Reihen als ihr!)
Und wenn das zurzeit ein Problem ist, haben Sie es dazu gemacht.
(Beifall beim BSW – Dr. Christian Wirth [AfD]: War schon mal besser!)
Der letzte Redner in der Debatte ist für die Unionsfraktion Christoph de Vries.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Quelle | Deutscher Bundestag, Nutzungsbedingungen |
Quellenangabe | Deutscher Bundestag via Open Parliament TV |
Abgerufen von | http://dbtg.tv/fvid/7628874 |
Wahlperiode | 20 |
Sitzung | 210 |
Tagesordnungspunkt | Innere Sicherheit - Bekämpfung von Kriminalität |