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16.12.2011
Ulrich Kelber SPD
Regierungserklärung zum Klimagipfel
In der Debatte vor der UN-Klimaschutzkonferenz in Durban hat die SPD die schwarz-gelbe Klima-, Energie- und Umweltpolitik heftig kritisiert, namentlich die Rolle der Bundeskanzlerin, des Bundeswirtschaftsministers und auch des Bundesumweltministers.
Wir haben damals angesprochen, dass es falsch ist, ohne Position zu den Klimaschutzzielen der Europäischen Union dorthin zu fahren.
Wenn wir dann im Jahr 2009 auf einer Konferenz als Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch Bundeskanzlerin Merkel, sagen: "Wir werden zusätzliches, frisches, neues Geld einsetzen zur Bekämpfung des Klimawandels", dann ist es unmoralisch, das mit dem Geld zu verrechnen, das man für die Armutsbekämpfung bereits zugesagt hatte.
Herr Bundesumweltminister, es ist aber keineswegs ein großer, wegweisender Durchbruch; es ist kein historischer Durchbruch, und es ist kein fundamentaler Wechsel in der Klimaschutzpolitik.
Schüler, die auf der Tribüne sitzen, hören jetzt seit zehn Jahren - seit sie in ihrem Leben vielleicht manchmal Nachrichten hören - immer: Das war der Durchbruch bei den internationalen Klimaverhandlungen.
Sie müssen allerdings zu dauerhaften und tiefergehenden Allianzen werden; eine einmalige Allianz auf einer Klimakonferenz reicht nicht aus.
Deswegen machen wir den Vorschlag, den Dialog der 120 Staaten fortzusetzen, ihn allerdings zu ergänzen, und zwar um eine Klimaschutzallianz der 64 Staaten.
Das geschieht mit einer klaren Finanzierung von Fast-Start-Initiativen - also Anpassung an den Klimaschutz -, mit einem Emissionshandel innerhalb dieser Initiative, der den Finanztransfer regelt, und mit einem tiefgehenden Wissens- und Technologietransfer.
Ich glaube, die Formel "Klimaschutz gleich Innovation gleich wirtschaftlicher Erfolg" stimmt; aber sie stimmt nicht immer gleichzeitig in allen Branchen.
Deswegen brauchen wir einen Grenzausgleich, also Importzölle auf Waren aus solchen Ländern und einen Grenzausgleich für Exporte in solche Länder, damit wir 2015 nicht noch einmal ein Weiter-so auf einer internationalen Klimaschutzkonferenz akzeptieren müssen, damit wir uns nicht nur auf den UN-Prozess verlassen müssen, sondern die mutigen, weitsichtigen Staaten vorangehen und damit neuen Druck in die internationalen Klimaschutzverhandlungen bringen können.